„In Hypnose wird mein Problem einfach weggemacht“: Hypnose ist immer eine Zusammenarbeit zwischen Therapeut und Klient, ein aktiver Prozess, an dem man sich selbst beteiligen muss. Die Klienten bringen die Motivation, den Willen ihr Problem zu lösen, der Therapeut/die Therapeutin begleitet auf dem Weg zur Wiedererlangung der Selbstheilungskräfte.
„Ich bin dem Hypnotiseur ausgeliefert, er kann mich manipulieren“: Derjenige, der in einen hypnotischen Trancezustand geht, entscheidet selber, ob er den Vorschlägen des Hypnotiseurs folgen möchte oder nicht. Kein Mensch ist gegen seinen Willen hypnotisierbar.
 

Die Hypnotherapie ist ein Tiefenentspannungsverfahren, das „ressourcenorientiert“ arbeitet. Wir alle haben unsere eigenen, ganz persönlichen Ressourcen, also besondere Stärken und positive Lebenserfahrungen.

Erinnerungen daran, wie wir schwierige Situationen gemeistert haben, Überzeugungen, dass wir bestimmte Dinge gut können, positive Gefühle, wenn wir etwas Schönes erlebt haben. Manchmal vergessen wir diese Ressourcen, sie sind durch negative Erfahrungen in den Hintergrund gerückt oder regelrecht verschüttet und wir haben keinen Zugang mehr zu ihnen, können sie also nicht nutzen. Die Hypnotherapie geht davon aus, dass jeder Mensch die Lösung zu seinem Problem in sich trägt und er die Fähigkeit besitzt, diese Lösung zu finden und umzusetzen. Durch die Arbeit mit dem Unterbewussten, durch das „Ausgraben“ und Erinnern der eigenen Ressourcen werden unsere Selbstheilungskräfte aktiviert und gestärkt. Hypnotherapie ist eine Form der Kurzzeittherapie, in den meisten Fällen sind nicht mehr als 6–12 Sitzungen notwendig. Jede einzelne Sitzung führt zu Erkenntnissen, die sofort umsetzbar sind.

 
 

Oft werde ich gefragt, ob man irgendwelche Voraussetzungen mitbringen muss, um in Trance gehen zu können, um für Hypnotherapie „geeignet“ zu sein. Neugierde und ein Wissen-wollen-wie-das-funktioniert reichen vollkommen aus …

Den Professor, der die Hypnotherapieausbildung an der Universität Konstanz anbot, kannte ich aus anderen Seminaren und wusste über ihn, dass er zum einen nur Lehren vertritt, die empirisch nachweisbar sind, zum anderen dabei aber, neben allem wissenschaftlichen Denken, den Menschen nicht aus dem Auge verliert. Ich wollte verstehen was Hypnotherapie ist, wie sie funktioniert und begann die Ausbildung.

Die anfängliche Neugierde und das Wissen-wollen-wie-das-funktioniert wichen schnell einer großen Faszination und Begeisterung. Ich lernte in Trance zu gehen, mal tiefer, mal eher oberflächlich, und dass unabhängig davon, wie tief ich in diesem Trancezustand war, eine große Ruhe einkehrte, eine Konzentration auf mich selbst, auf mein Innerstes.

Es erinnerte mich ein wenig an Tagträumereien, bei denen man in Bildern versinkt und sich unbeschwert treiben lässt. Mit der Zeit wurde ich geübter und verstand, dass das keineswegs nur Träumereien waren, sondern dass ich über diese inneren Bilder Zugang zu meinem Unterbewussten bekam. Gleichzeitig lernte ich, meine Gefühle deutlicher wahrzunehmen, sie mir bewusst zu machen und so mit ihnen arbeiten zu können.

Hypnotherapie bedeutet für mich Kontakt mit sich selber aufzunehmen. Es ist ein sich Kennenlernen, sich Wahrnehmen, sich ernst nehmen. In diesem Prozess wird ein verständnisvoller, ja ich möchte sagen ein liebevoller Umgang mit sich selbst erlernt. Er bringt die Sicherheit, ein inneres Wissen in sich zu tragen und das Vertrauen, mit Hilfe dieses Wissens unsere eigenen Lösungen zu finden.

Zur Hypnotherapie kam ich – ehrlich gesagt – aus Neugierde. Unter Hpynose konnte ich mir bis dahin wenig vorstellen, ich verband damit eher Bühnenzauber und Showeffekte.